Traumatisierte Kinder und Jugendliche



Das seelische Leiden traumatisierter Kinder ist vielmehr als nur eine Krankheit im Sinne eines Defekts, eines Nichtkönnens, einer mangelnden Fähigkeit, einer Störung. Traumatisierte Kinder leiden grundlegend an einem Thema, einer Erfahrung, einem existenziellen Konflikt. Die damit verbundenen Fragen drängen sich dem Kind auf und überfordern es völlig.

Das psychisch oder sexuell misshandelte Kind erlebt die eigene Krise oftmals so, wie es der elfjährige John in seiner kindlichen Erzählungen seines Traumes wiedergibt: „… Ich bin auf einem kleinen Paddelboot auf dem großen Meer, Mama und Papa sind nicht da, es ist ganz dunkel, das Wasser geht immer ganz hoch und runter, ich halte mich ganz doll fest, aber ich sehe den Strand nicht und Sterne sehe ich auch keine am Himmel und das Boot dreht sich immer schneller um sich herum, bis ich Angst bekomme …“. 

Die Kinder von dare, sind Kinder, die wegen Kinderschutz nicht in ihren Familien leben dürfen und dauerhaft fremduntergebracht sind.

Viele von ihnen sind seelisch krank, einige von Krankheit gezeichnet: Krankheiten wie Alkoholembryopathie oder posttraumatisches Belastungssyndrom, Depressionen sowie bipolare Störungen sind nicht selten.

Die Deutsche Kinder- und Jugendhilfe fängt diese Kinder auf, die Betreuung findet statt, den Kindern kommen Therapien, pädagogische Betreuung und ein sicheres Zuhause zu. Was diese Kinder vereint, ist der Mangel an Normalität in ihrem Leben, das Armutsrisiko, die instabilen Beziehungen zu ihren Eltern und Geschwistern und das Fehlen von Resilienzen, um mit ihrer persönlichen Geschichte umzugehen. Der Weg in ein selbstbestimmtes und gesundes Leben ist mit extrem hohen Hürden verbunden!


Die Kinder, denen die Stiftung dare hilft, teilen sich in verschiedene Gruppen auf: Heimkinder, Pflegekinder, Kinder in Kliniken in der Kinderpsychiatrie und Flüchtlingskinder ohne Begleitung Erwachsener.

Was sind Heimkinder?

Heimkinder werden in familienähnlichen Wohngruppen mit Erziehern aufgenommen. Einige von ihnen haben Glück, und dürfen nach ein paar Jahren wieder zurück in ihre Familien, die meisten jedoch leben bis ins Erwachsenenalter in einer Wohngruppe.

Was sind Pflegekinder?

Pflegekinder werden von Pflegeeltern aufgenommen, die sich meist liebevoll um diese Kinder kümmern. Ein Zurück in ihren Herkunftsfamilien ist selten. Einigen Pflegefamilien geht es finanziell sehr gut und sie verfügen über einen hohen Bildungsstand sowie ein gesundes, soziales Umfeld. 

Pflegefamilien, denen wir verstärkt Hilfe zukommen lassen, sind hingegen Pflegefamilien von Verwandten. Da kann es vorkommen, dass die liebevolle Großmutter, Rentnerin und nebenbei Imbissverkäuferin, beschließt, ihr Enkelkind unter Aufsicht des Jugendamtes dauerhaft aufzunehmen, weil die Mutter des Kindes drogensüchtig ist und sich nicht um den Jungen kümmern kann. Diese Pflegeeltern bedürfen zusätzlicher Hilfe. Das Geld ist sehr knapp und das soziale Umfeld ist schwierig.

Was ist die besondere Situation von Flüchtlingskindern ohne Begleitung Erwachsener?

Flüchtlingskinder ohne Begleitung Erwachsener kommen traumatisiert und verängstigt in Deutschland an und leben teilweise mit den Heimkindern in einer Kinderwohngruppe. Die Verantwortung für die daheim gebliebene Familie, das Trauma des Erlebten sowie die großen Schwierigkeiten sich in einem fremden Land wie Deutschland zurechtzufinden, machen diese Kinder besonders hilfsbedürftig.

Was ist die besondere Situation von Kindern in Kliniken?

Viele der Kinder, denen wir helfen, sind Patienten in Kliniken der Kinderpsychiatrie und wurden psychisch und/oder sexuell missbraucht. Sie werden z.B. nach Inobhutnahme durch das Jugendamt oder die Polizei über einen längeren Zeitraum untersucht oder sie kommen im Laufe der Zeit psychisch nicht mit den drängenden Fragen zurecht, die ihre Lebenssituation aufwirft.